2013 – Land der Entdeckungen

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Mehr als nur Deiche, Schafe und Windmühlen … ein Land voller Entdeckungen.

An der nordwesteuropäischen Küste gibt es viel zu entdecken. Außenstehende mögen die Landschaft als flach bezeichnen. Unter der Grasnarbe versteckt sich eine vielschichtige Vergangenheit. “Land der Entdeckungen” lüftet ein wenig die Geheimnisse und nimmt den Besucher mit auf eine “Expedition” in die Archäologie einer Region.

“Land der Entdeckungen/Land van Ontdekkingen” ist ein archäologisches Projekt und hat das Ziel, die Archäologie des Küstenraums umfassend darzustellen. Arbeitsgebiet ist die Nordseeküste zwischen dem IJsselmeer und der Wesermündung, von der Deichlinie bis zur Geest. “Land der Entdeckungen” ist ein Rückblick auf die letzten fünf Jahrzehnte archäologischer Ausgrabungen und Forschung.

Der Blog zu “Land der Entdeckungen” bietet einen Blick hinter die Kulissen… . Verfolgen Sie ”live” den Entstehungsprozess des Projektes.  Er vermittelt den aktuellen Forschritt aus den Bereichen Ausstellung, Wissenschaft und Dialog.

Vortrag am 15. Mai 2012 – Eine faszinierende Sammlung Tonscherben

Am 15. Mai 2012 wird Annet Nieuwhof im Museum Wierdenland in Ezinge einen Vortrag halten. Während des in 2011 durchgeführten Odysseeprojektes begutachtete sie unglaubliche 1025 Kilo prähistorische Tonscherben.

Das Odysseeprojekt ‘De grondsporen van Ezinge’ (‘Die Spuren in Ezinge’) beinhaltete eine Ausarbeitung der archäologischen Funde, die seit den Ausgrabungen in den 20er und 30er Jahre im Depot lagen.

Die Archäologin Annet Nieuwhof, im Dienst der Rijksuniversiteit Groningen und Projektleiterin des Odysseeprojektes, wird in ihrem Vortrag erläutern, wie diese Ausarbeitung durchgeführt wurde. Sie spricht über die Möglichkeiten die die Keramikforschung bietet und wird die Resultate der Ezinger Keramikfunde präsentieren.

Der Vortrag wird am 15. Mai im Museum Wierdenland, Van Swinderenweg 10 in Ezinge stattfinden und fängt um 19.30 an. Das Museum ist ab 19.00 Uhr geöffnet.

Eintritt beträgt € 5,- inklusive einer Tasse Kaffee oder Tee. Für Inhaber einer Museumjaarkaart und Mitglieder des Fördervereins Museum Wierdenland ist der Eintritt frei.

Im Rahmen der Ausstellung “Ezinge in scherven en botten, de archeologische vondsten van Van Giffen onder de loupe”  (“Ezinge in Scherben und Knochen, die Archäologische Funde von Van Giffen unter die Lupe”) ist ein Teil der Keramik bis Ende 2012 im Museum Wiedenland ausgestellt.

Das Museum Wierdenland ist Dienstag bis Freitag von 10-17 und Samstag und Sonntag von 13-17 Uhr geöffnet.

Einen Blogbeitrag zu diesem Thema finden Sie hier:http://www.land-der-entdeckungen.eu/2012/02/nederlands-ezinge-prov-groningen/

 

Die Ausgrabung zu Firdgum (14. Juni – 17. Juli 2011)

 

M.Bakker

Drei Gründe sprachen für eine Untersuchung der Wurt Firdgum: Der erste war das wissenschaftliche Interesse an der Verbindung zwischen Landschaft und Besiedlung durch die Zeiten. Das Dorf Firdgum liegt auf den nördlichsten kwelderwal (Ufer eines Flusses der im Marschengebiet verläuft) im Gebiet Westergo und ist damit eine wichtige Bereicherung zur vorhergegangenen Erforschung von Wurten auf den mehr südlich gelegenen kwelderwallen in Westergo, wie Wijnaldum-Tjitsma, Djongum-Heringa, Peins-Oost und Achlum.

Der zweite Grund war die Möglichkeit der neuen Erforschung des Einflusses von Erosion auf den noch vorhandenen Rest der Wurt und der damit verbundenen Konservierung der archäologischen Schichten – das verspricht auch neue Erkenntnisse für den zukünftigen Umgang mit den Wurten.

Der dritte Grund ist der Versuch, das Bewusstsein für den Wert der Wurten bei den heutigen Bewohnern des Gebietes zu wecken. Durch Ausgrabungen mit “Publikumstagen” wird das Publikum in die nordniederländische Archäologie mit einbezogen, denn zukünftiges Management und Erhalt der Wurten und des Bodenarchivs ist nicht ohne Beteiligung und Mithilfe der Bürger möglich. Zusätzlich verschafft die Forschung an Wurten wie Firdgum das benötigte Wissen, um das nordniederländische Bodenarchiv für zukünftige Generationen zu erhalten.

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts ist ein Teil der Wurt für kommerzielle Zwecke abgegraben worden. Was noch von der Wurt erhalten geblieben ist, ist als steile “Kante” im Gelände zu erkennen. Während der Ausgrabung im Jahr 2011 wurden insgesamt ungefähr 130 Meter an Wurtenprofil, entlang der vorhandenen Steilkante angelegt. Direkt vor dem Profil wurde eine Grube ausgehoben, um eventuelle Spuren in der horizontalen Fläche wahrnehmen zu können. Weil sich die Steilkante nur knapp 20 Meter südlich der in der Mitte der Wurt stehenden Kirche befindet, kann angenommen werden, dass die Ausgrabung die Nähe des Wurtkerns erreicht hat. Mit der offengelegten Stratigrafie wurden so auch die frühesten Phasen der Wurt erfasst.

Obwohl die Untersuchungen des ausgegrabenen Materials und die endgültige Ausarbeitung dessen noch in Arbeit sind, können schon ein paar vorläufige Resultate veröffentlicht werden. Die früheste Besiedlung von Firdgum kann anhand der Import- und die handgeformten Keramik in die Mitte des 8. Jahrhunderts, an den Beginn der Karolingerzeit, gesetzt werden. Dies scheint eine recht später Besiedlungsbeginn zu sein, zumindest im direkten Vergleich zu den südlicher gelegenen Wurten in Westergo, die aus der Eisen- oder Kaiserzeit stammen. Die Datierung passt aber ausgezeichnet zu den natürlichen Erweiterungen des Küstengebietes von Westergo. Interessant an diesem Fundort ist, dass sich unter der ersten Besiedlungsschicht noch eine Ackerschicht befindet. Obwohl aus dieser Ackerschicht noch keine klar zu datierenden Funde erkannt wurden, scheint es, als ob der kwelderwal zuerst als Acker benutzt wurde und erst später erhöht wurde, um als Wohnpodium zu dienen.

Um Wohnpodien zu erhöhen, wurden Soden benutzt. Diese sind von den damaligen Bewohnern in den Marschen gestochen worden oder waren das Resultat des Aushebens von Gräben um das Hauspodium herum. Mit den Soden wurden kleine Deiche gebaut, hinter denen sich bei Überflutungen der vom Meer mitgeführte Lehm sammelte. Auf diese Weise wuchs die Wurt allmählich. In der direkten Nähe der Wurt sind im natürlichen Marschenboden rechteckige Spuren gefunden worden, die von natürlichen Sedimenten aufgefüllt wurden, möglicherweise ist dies eine Stelle, wo früher die Soden gestochen wurden.

Im Profil (und teils in der horizontalen Fläche vor dem Profil) sind zwei große frühmittelalterliche Gruben für Trinkwasserlagerung gefunden worden. Diese beiden dobben sind ebenfalls von einer gestapelten Wand aus Soden zur Verfestigung des Randes umgeben. Eine der späteren Spuren im Profil ist ein Graben im westlichen Teil des Profils. Dieser Graben stammt aus dem späten Mittelalter, abzuleiten aus dem Fund mehrerer Klostersteine (spätmittelalterliche Backsteine) unten im Graben. Möglicherweise kann dieser Graben mit dem direkt südlich der Steilkante gelegenen Stins (Steinhaus) verbunden werden, das zum ersten Mal in schriftlichen Quellen aus dem 15. Jahrhundert erwähnt wird.

Bauen mit Soden

Es gibt nicht viele Gebiete, in denen neben Bauholz auch Stein nicht von Natur aus vorhanden ist. Wenn man einem ausländischen Archäologen zu erklären versucht, wie das Wohnen auf Wurten war, dann wird dies nicht unbegründet oft mit bedenklichem Blick und hochgezogenen Augenbrauen quittiert – “no stone?” An den meisten Orten in Nordwest Europa war Holz, zumindest ein wenig, nie weit weg. Hausgrundrisse, die sich als eine Sammlung von Pfostenspuren im Boden abzeichnen, sind deswegen auch ein weitverbreitetes archäologisches Phänomen. Dort wo Holz in der Vergangenheit nicht ausreichend vorhanden war, wie z.B. im schottischen Hochland und in den skandinavischen Hochländern, griff man auf die Nutzung von Naturstein zurück. In diesen Gebieten sind (im offenen Feld) die Reste von Gemäuern teilweise immer noch sichtbar.

Was die Verfügbarkeit von Baumaterialien angeht, stellt das nordniederländische Wurtengebiet tatsächlich eine besondere Ausnahme dar. Als Folge der regelmäßigen Überschwemmungen durch das Meer konnten Bäume im Marschengebiet nicht überleben. Eine höher gelegene Dünenreihe, wie es sie an der niederländischen und dänischen Westküste gibt, fehlt hier im Norden – sie liegt beziehungsweise an der anderen Seite des Wattenmeeres: den Watteninseln. Auch Sandhöhen im Hinterland boten in diesem Falle keine Lösung, da diese von einem mehrere Kilometer breiten Band aus Moor vom sog. Terpenland getrennt wurden. Im norddeutschen Teil der Marschen war dieses Band aus Moor deutlich schmaler. Im Moorgebiet war übrigens Holz vorhanden, aber die verfügbaren Mengen werden trotzdem gering gewesen sein. Die übliche Alternative, Naturstein, war allerdings gar keine Option, denn er befindet sich in den nördlichen Niederlanden viel zu tief im Boden.

Bei einer Ausgrabung der Wurt von Firdgum im Jahr 2011, wurden die aus Soden aufgebaute Ränder eines Hauspodiums angetroffen. Diese zeigen ausgezeichnet den geschichteten Aufbau, der so kennzeichnend für die Anwesenheit von Marschsoden ist. (Foto: GIA)

Trotz allem wurde das Marschengebiet bewohnt, das zeigt die Vielzahl an Wurten, die dort errichtet wurden. Eine Zeit lang war es sogar die dichtbevölkertste Gegend der Niederlande; die Menschen die dort lebten, haben gemeinsam eine Menge aufgebaut.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass bei Ausgrabungen oft Reste von einer dritten Art Baumaterial angetroffen werden: Grassoden. Nicht nur die Wände von Gebäuden, sondern auch die Ränder von Hauspodien und Wasserbrunnen sind oft aus Soden aufgebaut. Für die Erhöhung von Wurten und das Errichten von Deichen und Wegen benutzte man das gleiche Material, aber es gibt auch Verwendungen die wir, archäologisch gesehen, nicht so einfach wiederfinden: z.B. Stalleinstreu, Brennplaggen zur Feuersicherung, Abdeckplaggen um Nahrungsmittel abzudecken, Isolation in Wänden und Ballast für Schiffe. Aus dem Ausland ist bekannt, dass manche Arten von Soden auch gut als Material zum Decken des Dachs genutzt werden können, oder als ‘Schabracken’ unter Packsättel, Matratzen, sogar zur Herstellung von Kleidung.

Über die Benutzungsarten von Soden ist heute nicht viel mehr bekannt. Deshalb ist es schwer, uns ein gutes Bild von den alten Sodenhäusern im Wurtengebiet zu formen. Oft wird ein oberflächlicher Vergleich zu den Plaggenhütten gezogen, die wir aus der neueren Vergangenheit kennen. Vor kurzem hörte ich, wie ein bekannter niederländischer Archäologe von ‘schlammigen Hütten’ aus dem ehemals wohlhabenden Wijnaldum, sprach. Es möge deutlich werden, dass die ruinenartigen Behausungen der armen Moorarbeiter keinen realistischen Eindruck der mittelalterlichen Marschenarchitektur vermitteln.

Der wunderschöne Bauernhof von Glaumbær, Nordisland. Das  Skagafjörður  Kulturerbemuseum, das sich um die Instandhaltung dieses Gebäudes kümmert, setzt sich dafür ein, die traditionellen isländischen Baumethoden aktiv zu erhalten. (Foto: D. Postma/GIA)

Island ist der einzige Ort, wo alte Sodenbautraditionen bis heute instand gehalten werden. Interessant ist, dass die isländischen Sodenhäuser ein ganz anderes Bild bieten, als wir es in den Niederlanden gewöhnt sind. In Island handelt es sich meistens um große Bauernhofkomplexe mit komplizierten Grundrissen, vielen Räumen und oft auch luxuriös mit Holz verkleideten Wohnräumen und Gästezimmern. Obendrein stellte sich heraus, dass die dicken Sodenwände eine dermaßen gute Isolation bieten, dass in den Wohnräumen die Anwesenheit einer Feuerstelle nicht immer nötig war, und bei heftigen Stürmen war es drinnen angenehm still.

Bietet das nicht ein attraktiveres Bild eines Sodenhauses?

Das Gebäude, das wir in Friesland (NL) rekonstruieren werden, wollen wir auf jeden Fall so komfortabel wie möglich gestalten. Denn das werden die Bewohner des sonst so ungastlichen Marschengebietes doch wohl auch versucht haben?

Wenn sie schon mal einen Eindruck bekommen wollen, wie so eine Sodenwand aussieht, dann schauen sie sich doch diese Videoaufzeichnung der Ausgrabung in Firdgum an. Ausgrabungsleiter Johan Nicolay erklärt den Aufbau der Wurt und zeigt eine Sodenwand.

Daniël Postma

Groninger Instituut voor Archäologie.

Fenster in die Vergangenheit Fryslâns

“Über den Sinn und die Notwendigkeit der universitären Wurtenforschung.”

Unter diesem Titel präsentierte G. de Langen am 20. März seine Ansprache zu Ehren seiner Ernennung zum Professor an der Rijksuniversiteit Groningen (RUG), mit dem Lehrauftrag ‘Archäologie des nordniederländischen Terpen- und Wierdengebietes’ (deutsch: Wurten und Warften). In seiner Ansprache diskutierte De Langen den Vertrag von Malta (Europäisches Übereinkommen zum Schutz des archäologischen Erbes) und dessen Folgen für die Wurten und die Wurtenarchäologie. Die ‘neue’ Gesetzgebung schützt die Wurten, da Bauvorhaben auf einer Wurt oft teure und lang andauernde archäologische Untersuchungen nach sich ziehen, weswegen meistens von baulichen Eingriffen auf Wurten abgesehen wird. Störung des Bodenaufbaus der Wurten, durch Landwirtschaft und andere Bodenprozesse, fällt jedoch nicht unter diese Regelgebung. Dieses hat jedoch, trotz der strikten Gesetzgebung bezüglich dieser Art von Denkmälern, eine schleichende Schädigung der Wurten zur Folge. De Langen und seine Kollegen haben die Sorge, dass die Wurten aus dem bewussten Blickfeld von Publikum und Behörden geraten würden, wenn sie keine aktive Aufmerksamkeit mehr bekämen. Ein Projekt um der Anonymisierung der Wurten und deren archäologischen Wert, entgegen zu wirken stellt die sog. Steilkantenforschung dar, die das Groninger Institut für Archäologie (GIA), in den letzten Jahren, in Zusammenarbeit mit der Provinz Fryslân, durchgeführt hat. So haben die Ausgrabungen der Wurten Anjum, Firdgum und Arkum viele neue, archäologisch wertvolle Informationen geliefert. Wesentlich wichtiger ist vielleicht noch, dass die Ausgrabungen das Bewusstsein für die Bedeutung der Wurten wieder geweckt haben. So wurden die Besuchertage der diversen Ausgrabungen von Tausenden Leuten besucht. Ausgrabungen und die Möglichkeit sich hier selber einmal um zu schauen macht die Archäologie für das Publikum (be-)greifbar.

De Langen argumentierte auch weiterhin, dass die Wurtenforschung einen Beitrag zu andere Forschungsgebiete liefern könne. So zum Beispiel die Forschungen von Professor C. Strating, welche sich damit beschäftigt wie sich eine materielle Kultur drastisch verändern kann, obwohl die Menschen selber genetisch gleich bleiben. Dieses Beipiel wird genannt um zu zeigen, dass die Wurtenforschung nicht nur archäologisch wertvoll ist, sondern auch viele Berührungspunkte mit anderen Wissenschafts- und Forschungsgebieten hat.

Professor Gilles de Langen leitet das Forschungsmodul “Identität der Wurten” im Rahmen des Projektes “Land der Entdeckungen”. Wir gratulieren Herrn De Langen zu seiner Berufung als Professor der Reichsuniversität Groningen und freuen uns, dass solch ein kompetenter Partner in unserem Projekt mitarbeitet. Die Ergebnisse des Forschungsmoduls zu der Wurtenforschung sind in der Sonderausstellung: “Die Archäologie des friesischen Küstenraums” ab Januar 2013 im Landesmuseum Emden zu sehen sein. Ab September 2013 wird ein Teil der neuen Dauerausstellung im Fries Museum, Leeuwarden speziell auf dieses Thema eingehen.

LdE2013 – Hauptpartner im Kulturhistorischen Themenjahr 2013

Unser Ausstellungs- und Forschungsprojekt ist Mitglied im kulturtouristischen Themenjahr auf der Ostfriesischen Halbinsel, das den gleichen Namen trägt:

„Land der Entdeckungen 2013“

Das Kulturnetzwerk Ostfriesland führt alle drei Jahre unter einem gemeinsamen Motto Themenjahre durch. Über 100 Einrichtungen aus Kultur und Tourismus beteiligen sich mit eigenen Projekten daran. Ziel ist es, die Region als qualitativ hochwertig, kulturell interessant und vor allem authentisch darzustellen. Nach „Garten Eden 2007“ und „Abenteuer Wirklichkeit 2010“, wird bei „Land der Entdeckungen 2013“ der inhaltliche Schwerpunkt auf der Archäologie und Geschichte Ostfrieslands liegen. Federführend wird dabei das gleichnamige Projekt des Archäologischen Forschungsinstitutes der Ostfriesischen Landschaft in Zusammenarbeit mit dem Ostfriesischen Landesmuseum in Emden sowie weiterer Partner aus Deutschland und den Niederlanden sein. Die erste Ausstellung findet im “OLME” zwischen dem 27.01.2013 und dem 16.06.2013 statt. Danach werden vertiefende Schwerpunkte im Drents Museum, Assen, im Groninger Museum, Groningen und im Fries Museum Leeuwarden gezeigt.

Alle Fäden des Kulturnetzwerkes laufen in der Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft zusammen. Gemeinsam mit der Ostfriesland Tourismus GmbH und der Oldenburgischen Landschaft erwarten die Besucher viele spannende Angebote, die es ermöglichen, Ostfriesland ganz neu für sich zu entdecken. Neben dem inhaltlichen Schwerpunkt Geschichte wird die Barrierefreiheit als Serviceschwerpunkt thematisiert. Hierfür soll die Region erstmalig eine Kartierung der Region unter dem Aspekt der weiteren Servicequalität der Barrierefreiheit vorgenommen werden. Der junge Musiker Enno Bunger wird als musikalischer Botschafter eigens für „Land der Entdeckungen 2013“ eine Hymne komponieren.

Das kulturhistorische Themenjahr „Land der Entdeckungen 2013“ wird vom Land Niedersachsen gefördert.

 

 

 

EZINGE (Prov. Groningen)

In den Jahren 1923 bis 1934 wurde von Professor A.E. van Giffen vom damaligen
Biologisch-Archeologisch Instituut (das jetztige Groninger Instituut voor
Archeologie der Rijksuniversiteit Groningen) eine Serie von Ausgrabungen in der
Wierde (das niederländische Äquivalent zu den ostfriesischen Wurten) von Ezinge
ausgeführt. Diese Ausgrabungen bekamen damals viel Aufmerksamkeit, auch
international, weil die Konservierung der organischen Reste, vor allem die des
Holzes, außerordentlich gut war. Aufgehende Holzteile von Häusern, wie Pfosten
und Teile der Wände standen immer noch, überdeckt von dicken Paketen Dung und
Lehm. Es wurden Reste von insgesamt 85 Häuser freigelegt, datierend von der
frühesten Besiedlungsperiode (5. Jahrhundert v. Chr.) bis in das frühe
Mittelalter. In Ezinge wurde zum ersten Mal deutlich, dass die Menschen der
Vor- und Frühgeschichte nicht in primitiven Hütten lebten, dafür aber große
Häuser, mit eingebauten Ställen für einen umfangreichen Viehbestand, zur
Verfügung hatten. Das Fundmaterial war so umfangreich, dass es nie als Ganzes
ausgewertet und veröffentlicht worden ist. Damals hatte man noch keine
Computer, womit die Daten heute bequem in Tabellen und Databanken gespeichert und analysiert werden können, zur Verfügung. Die Datenanalyse ist viel
komplizierter, wenn die Daten auf Karteikarten erfasst werden.

Ein zusätzliches Problem war, dass die handgeformte Keramik, welche die größte
Fundkategorie darstellte (über 20.000 Scherben und Gefäße), damals noch
unzureichend bekannt war. Es war schwierig für die Untersucher dies in den
Griff zu bekommen. Mittlerweile ist über diese Keramikform viel mehr bekannt,
hauptsächlich durch die Arbeit von Dr. Ernst Taayke, der in 1996 seine
Dissertation über diese Art von Material veröffentlichte. Seine Dissertation
ist das Standardwerk für handgeformte Nord-Niederländische Keramik vom 6. Jh. v.
Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. geworden.

Zwei schön verarbeiteten Gefäßen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. und einigen glatten Steinen, die benutzt wurden, um Keramik zu glätten. Foto: R.J. Immink.

Mit´diesem Standardwerk und der Hilfe eines Rechners wurde im Januar 2011 ein
einjähriges Forschungsprogramm für das Material von Ezinge gestartet. Die
Forschung wurde finanziert von die Nederlandse Organisatie voor
Wetenschappelijk Onderzoek
(Niederländische Organisation für
Wissenschaftliche Forschung) (NWO) und unter der Aufsicht des Groninger
Instituur voor Archeologie (Universität Groningen) durchgeführt. Nicht nur die
handgeformte Keramik, aber auch Terra Sigillata, Metall, Tierknochen, Perlen
und Naturstein wurden untersucht. Mit diesen  Forschungsergebnissen wurde im Museum Wierdenland in Ezinge eine Ausstellung eingerichtet in. Diese Ausstellung ist bis Ende Dezember 2012 für Besucher geöffnet.

Annet Nieuwhof
Groningen Institute of Archaeology
University of Groningen

Informationen
Museum Wiedenland: www.wierdenland.nl

Auf der Suche nach den Erbauern der Hunebedden, Teil 1: Probegrube in Odoorn

In der Periode zwischen 3700-3000 v. Chr. sind in Nord-Europa ungefähr 40.000
Grabmonumente erbaut worden. Die Niederländische Hunebedden (dt. Dolmen)
sind nur ein kleiner Teil davon. Obwohl diese Steinmonumente dank ihrer
Sichtbarkeit gut bekannt sind, wissen wir nur sehr wenig über die
Siedlungsplätze ihrer Erbauer. In die Niederlande ist nur eine Siedlung
bekannt: Slootdorp-Bouwlust in Noord-Holland. Im EDR-Projekt finden neue
Untersuchungen durch das Niedersächsische Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven statt, die sich mit diesen Siedlungen befassen.

Im Rahmen dieses Projektes sind in Lavenstedt Bodenverfärbungen ausgegraben worden die bestätigen, dass da tatsächlich eine Siedlung war. In Mai und Juni 2011 hat das Groninger Institut für Archäologie von der Universität Groningen eine
Probegrube in der Nähe von Hunebed D23-Odoorn gegraben. Dank der Gebietsverwaltung Staatsbosbeheer (Staatlicher Waldverwaltung) und der umliegenden Landeigentümer konnte eine Fläche von 3x45m auf Bodenverfärbungen hin untersucht werden.

Die Umstände waren alles andere als ideal. Unter Bäumen, deren Blätter viel
Schatten warfen, manchmal mit grellem Sonnenschein und dann wieder starkem
Wind, war es schwierig, die Verfärbungen zu sehen. Insgesamt sind zwanzig Verfärbungen als von Menschen verursacht zu interpretieren. Der Inhalt dieser Spuren wurde im Feld gesiebt mit einem Sieb mit einer Maschenweite von 2mm, in der Hoffnung, so Scherben oder Feuersteinwerkzeuge zu finden. Derartige Funde gab es nicht; es gab dafür aber aus allen Befunden kleine Holzkohleteile. Die Holzkohle von dreien der Befunde ist nach Beendung des Feldprojektes ins 14C-Labor geschickt worden. Kurz vor Weihnachten gab es die Resultate: einer der Befunde datiert in das Mesolithikum, ein zweiter in die Bronzezeit und der dritte sogar in die Eisenzeit…. Das macht deutlich, dass wir hier keinen Ort gefunden haben, an dem die Erbauer der Hunebedden ihre Spuren hinterlassen haben.

Ein komplett misslungenes Projekt? Nein, das Feldprojekt hat klar gemacht, dass die
gemeinhin akzeptierte Annahme, dass Spuren im Boden, die jünger als die
mittlere Bronzezeit sind, gut erhalten sind, falsch ist. Die beiden jüngeren
Datierungen stammen aus nur sehr vage sichtbare Befunden. Diese Beobachtung
macht deutlich, dass Rekonstruktionen von Bauernhofgrundrisse, wobei ein paar
der für die Rekonstruktion benötigten Pfosten fehlen, nicht unbedingt
diskutabel sind: anscheinend können solche ‘junge’ Spuren in bestimmten
Situationen auch kaum sichtbar sein. Wahrscheinlich ist die schlechte Erhaltung
der Spuren hier eine Folge von mehreren Faktoren. Erstens wurden, etwa vor 100
Jahren, von dem ursprünglichen Sandrücken mindestens 50 Zentimeter abgegraben.
Dies hatte zur Folge, dass sich die Zone wo viel Bioturbation stattfindet, bis
zu der Tiefe in der die Spuren erhalten sind, ausdehnte. Zweitens waren im
Untergrund dicke, eisenreiche Schichten erkennbar, die prähistorische Spuren
bilden die Unterbrechungen in diesen, wenig durchlässigen Bodenhorizonten. Dies
hatte zur Folge, dass die Spuren stark mit Wurzeln der nahestehenden Bäume
durchwachsen waren und es wird auch eine vertikale Wasserverlagerung
hauptsächlich durch diese Spuren stattgefunden haben. Als Folge der Wurzeln und
der Wasserströmung im Boden wird der ‘unsaubere’ Inhalt, der so wegweisend ist
für archäologische Spuren, schneller erloschen sein.

 

Sodenhausprojekt

Es gibt wenige Dinge, die faszinierender sind als zerfallene Überreste von alten Gebäuden. Archäologische Reste illustrieren oft ausgezeichnet die wirtschaftlichen, sozial-politischen oder häuslichen Aspekte des früheren
Lebens: Knochenmaterial der Tiere, Getreidereste, Schmuck, manchmal
sogar von königlicher Schönheit, Spuren ritueller Opfer oder Spinnwirtel,
Kochtöpfe und Würfel. Der Anblick von Resten eines Gemäuers aber lassen uns über all diese Aspekte als Ganzes nachdenken. Wie sah das Gebäude aus? Wer hat darin gelebt? Was hat man gemacht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten? Welche Spiele spielte man nach dem Essen?

Es ist nicht verwunderlich, dass archäologische Rekonstruktionen als Ausstellungsstücke in Museen sehr populär sind. Manchmal werden sogar ganze Dörfer nachgebaut. Auch in Papierform gewinnen Rekonstruktionen stark an Popularität, sowohl in publikumsgerichteten als auch in wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Denn schließlich machen sich auch Archäologen gerne ein anschauliches Bild von dem, was sie tatsächlich ausgraben. Es macht Spaß, dies zu tun, aber als Gedankenübung hilft es auch bei der eigentlichen Forschung weiter. Welche Arten von Gebäuden können wir unterscheiden? Was war ihre Funktion? Wie haben die Gebäude sich entwickelt? Und schlussendlich, was sagt das alles über die Siedlungsgeschichte eines bestimmten Gebietes aus?

Reconstructie te Orvelte
In den 70er Jahren wurde von der Universität Groningen ein eisenzeitlicher Bauernhof in der Nähe von Orvelte (Drenthe – NL) rekonstruiert.

Mit den vielen Ausgrabungen und Rekonstruktionen im Blick würde man erwarten, dass schon sehr viel über vor- und frühgeschichtliche Häuser und Siedlungen
bekannt ist… das ist jedoch nicht der Fall. Im sandigen Boden bleibt von einem Dorf oft nicht mehr als ein paar braungräuliche Verfärbungen, hier und da eine Tonscherbe und in Brunnen vielleicht noch ein wenig Knochenmaterial oder Holz, zurück. Es wurden Versuche gestartet, um aus den sogenannten ‘Pfostenspuren’
zuverlässige Modelle für Rekonstruktionen herzustellen, aber ohne zusätzliche
Informationen bleiben die Möglichkeiten für diese Art von Forschung sehr
beschränkt.

Dies wird sehr deutlich, wenn wir uns die frühmittelalterlichen Gebäude aus dem nördlichen Kleigebiet anschauen. In dieser Periode wurden Häuser und Nebengebäude Jahrhunderte lang mit Wänden aus gestapelten Rasensoden, auch Plaggen genannt, gebaut. Manchmal befinden sich Pfosten im Inneren; etwas, das man anderswo in den nördlichen Niederlanden nach der römischen Eisenzeit nicht mehr antrifft. Die jetzt existierenden Modelle suggerieren dann auch, dass
die Bautradition im Küstengebiet ziemlich primitiv war: einen baukundigen Holzweg, in einem Gebiet, wo man kaum gutes Bauholz erstehen konnte. Aber
dieses Bild ist schwer zu vereinbaren mit dem damaligen Wohlstand der
Terpenbewohner – und was sollen wir über die regionale Elite denken, die
vermutlich auch in solchen ‘Plaggenhütten’ hauste!

Het huidige kwelderlandschap bij Noarderleech (Friesland)
Auch im heutigen Deichvorland bei Noarderleech (Friesland – NL) ist kein Bauholz vorhanden, aber Soden gibt es in ausreichender Menge.

Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass diese sogenannten Sodenhäuser sich wahrscheinlich gar nicht so sehr von den Holzbauten im Hinterland unterscheiden. Trotzdem sahen sie deutlich anders aus als die
Rekonstruktionen von anderen Gebäuden erahnen lassen; das ‘Land der Entdeckungen’ macht seinem Namen alle Ehre. Die wichtigste Erkenntnis ist vielleicht das Wissen, dass die Sodenhäuser, durch die regelmäßige Erhöhung der Terpen und Wurten, gut erhalten geblieben sind. Deswegen sind auch für die Zukunft noch viele spannende Entdeckungen zu erwarten. In meiner aktuellen Forschungen zu dem Thema möchte ich damit schon mal einen Anfang machen, und eine gute Methode dies zu realisieren ist die Rekonstruktion eines Sodenhauses in wahrer Größe!

In diesem Blog werde ich Sie über den Fortgang informieren.

Daniël Postma
Groninger Instituut voor Archeologie

Das Logo ist da!

… und steht ab jetzt für das Gesamtprojekt.

Mit dem Design des Logos wurde die Kommunikations-Agentur stockwerk2 aus Oldenburg beauftragt. Es gab verschiedene Ansprüche an das Logo: zunächst sollte es einfach gestaltet und einprägsam sein, ein hoher Wiedererkennungswert war ebenfalls eine Grundvoraussetzung und zudem sollte sich der grenzübergreifende Charakter desProjektes im Logo wiederfinden lassen.

Die Entscheidung fiel schließlich auf einen Entwurf, der den Namen des Projektes in gespiegelter Schrift in Deutsch und Niederländisch trägt und dazu ein abstrahiertes Bild einer sich zum Zentrum hin verdichtenden „Wolke“ von Fundpunkten zeigt. Wird
die Ausstellung in Deutschland beworben, steht der deutsche Schriftzug oben,
geht die Ausstellung in die Niederlande, dreht sich das Schriftbild. Die
Fundpunkte repräsentieren den Arbeitsraum; eine Zusammenschau der Funde ohne
die heutigen Grenzen mit unterschiedlichen Themen, die schließlich ein Ganzes
ergeben.

Dazu haben wir uns für eine frisches Grün entschieden, das nicht zuletzt auch für die dominante Farbe in der Landschaft hier im Norden steht.

Uns gefällt das Logo, wir hoffen, Ihnen auch!

 

Eine kleine Ausgrabung mit erstaunlichen Ergebnissen!

 “We are such life as dreams are made on; and our life is rounded with a sleep”.  William Shakespeare

Montag der 17. Oktober 2011, rund 14 Uhr, ein letzter schöner Herbsttag. Da standen wir dann, Zeitgenossen, genau wie vor 5000 Jahren, versammelt rundum die letzte Ruhestätte eines Unbekannten. Die Sonne schien auf die hübsche schwarze Außenseite der Urne. Gegen den Hintergrund vom gelben Sand mit braunen Einfärbungen sahen die meisten endlich mal in echt, was sie bis jetzt nur von Fotos kannten. Gespannt schauten wir auf die Urne. Als ob der Geist des Unbekannten jeden Moment erscheinen könnte.

Die Urne, noch in situ

Die Reise nach Döttlingen im Spielerbus des FC Groningen war ganz schön lange gewesen. Aber die Wanderung vom Parkplatz zur Ausgrabungsstätte war zauberhaft schön. Im Gänsemarsch liefen wir hinter Dr. Jana Esther Fries her über das Huntepadd: neu angelegte Moorbrücken aus Holz, vorbei an ein weites Feld, eine Kurve um einen Kreis von alten Buchen und über die schnell strömende Hunte. Dort ändert sich die Landschaft in ein hügeliges Heidegebiet, umringt von angelegten Wäldern. Hier liegt die Großsteingräbergruppe ‘Glaner Braut’, die Reste zweier große und zwei kleinerer Großsteingräber.

Gruppenbild

Nach einem kurzen Anstieg standen wir vor beziehungsweise eher in dem Großsteingrab, der Weg läuft quer durch. Dr. Jörg Eckert (de Vorgänger von Jana Fries als Archäologe für die Weser-Ems Region) und der ehrenamtliche Archäologe Bernd Rothmann stehen da und erwarteten uns bereits. Glücklicherweise hatten sie noch nicht mit der Ausgrabung angefangen. Nur eine dünne Schicht Erde direkt um die Fundstelle war schon mit einer Kelle sauber gemacht worden. Jetzt war noch besser zu sehen, dass da, mitten auf dem Weg zwischen die Steine des Großsteingrabes, tatsächlich etwas Rundes aus dem Boden hervorschaute. Vor einiger Zeit war diese Stelle einem aufmerksamen ehrenamtlichen Archäologen, während einer Inspektion aufgefallen; er hatte seine Beobachtung bei der archäologischen Behörde in Hannover gemeldet. Da wurde beschlossen, dass es sich hier um eine bedrohte Stelle handele, und es besser wäre, wenn eine Ausgrabung stattfinden wurde. Jörg Eckert und eine Gruppe Amateurarchäologen aus Norddeutschland erklärten sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Kurz nachdem wir eingetroffen waren, nahm Jörg den Kompass zur Hand und begann, zusammen mit den Landvermessern und den ehrenamtlichen Archäologen, mit dem Vermessen und Beschreiben der Fundstelle, gänzlich nach Vorschrift. Die deutsche Gastfreundschaft sah eine warme Mahlzeit zur Mittagszeit vor; ein wenig unwillig ließen wir Jörg und seinen Assistenten Bernard Rothman zurück. Diese beiden versprachen die Stelle nur zur Hälfte auszugraben, und die letzten Reste vom Sand erst zu entfernen, wenn wir wieder da sind.

Die Ausgrabung

Bei unserer Rückkehr von einem, sehr angenehmem, Mittagessen stellte sich heraus, dass die Herren bereits eine schöne, breite Vertiefung ausgegraben hatten.

Ausgrabung mit Eckert in der Mitte

Die Unterseite der Urne stand noch in einem anderen Gefäß, welches leider nicht mehr unversehrt war. Als die Scherben des Gefäßes vorsichtig in einen Karton gelegt waren, zeigte sich uns einen schmaler Fuß, an dem sich noch einige schwarze Fäden befanden.

Ausgrabung beginnt

Danach wurde die Urne von einem anderen ehrenamtlichen Helfer vermessen und gezeichnet. Als dies geschehen war, nahmen Jörg und sein Assistent ihre Werkzeuge wieder in die Hand, um die andere Seite der Urne auszugraben. Es war geplant zeitig aufzuhören, und die Urne in einen Gipsverband zu verpacken. Aus den Augen, aus dem Sinn, könnte man sagen. Jörg und sein Assistent gruben mutig und ruhig weiter. Langsam zeigte sich die Urne als Ganzes.

Die Bergung

Jörg hatte sich zum Arbeiten in die Grube gestellt und plötzlich änderte sich alles blitzschnell. Die Urne kippte, der obere Teil rutschte zur Seite. Jörg unternahm noch einen Versuch die Urne aufzufangen. Die deutschen ehrenamtlichen Helfer behielten einen klaren Kopf und holten schleunigst Kartons und Kisten heran. Wir als Zuschauer sahen auf einmal die untere Seite der Urne offen vor uns liegen. Eine große Menge an weiß-grauer Asche, weiße Bruchstücke von Knochen, sogar ein paar Rückenwirbel waren zum ersten Mal seit dreitausend Jahren wieder dem Sonnenlicht ausgesetzt. “Schade”, meinte Jörg, “Jetzt können wir nicht mehr feststellen, in welcher Reihenfolge die Asche des Toten in die Urne gegeben wurde.” Vorsichtig stellte Assistent Bernd Rothmann den unteren Teil der Urne in eine Kiste und stabilisierte sie mit gelbem Sand aus der Grube. Jörg legte unterdessen alle Scherben von der Oberseite der Urne in einen Karton und schaufelte danach möglichst viel von den verbrannten Resten, die jetzt lose im Sand lagen, in eine andere Kiste. Wie ein zweiter Leichenzug liefen die deutschen und niederländischen Amateurarchäologen danach mit allen Kartons und Kisten zu Jörgs Auto, das in der Nähe geparkt stand. Wir waren immer noch beeindruckt von dem, was passiert war.

Das Loch wurde zugeschaufelt und wir sind noch drüber gelaufen, um es ‘unsichtbar’ zu machen. Danach war es vorbei. Wir liefen zurück zum Restaurant Lopshof für Kaffee und Kuchen, gegen den Schreck, so zu sagen.

Die Urne, ein Nachwort

Anhand der Form datierte Jörg die Urne in die späte Bronzezeit, deshalb wird es sich vermutlich um eine spätere Beisetzung aus dem Großsteingrab handeln. Er dankte uns allen herzlich für unser Interesse und versprach mir, dass er sich vom Geschehenen nicht länger als vier Nächte den Schlaf rauben lassen würde.

Die Urne

Zeichnung der Urne

Prof. Dr. Henny Groenendijk, Provinzialarchäologe der Provinz Groningen, leitete die Exkursion mit Enthusiasmus und Hingabe. Da er früher in seinem Arbeitsleben drei Jahre am archäologischen Institut in Hannover gearbeitet hat, ist er gut mit der Archäologie in Deutschland vertraut und hat dort ein ausgezeichnetes Netzwerk aufgebaut. Dank diesen Kontakten wurde er von Jana Fries über die Urnenausgrabung informiert. Aus seiner Erfahrung mit der deutschen Archäologie heraus erklärte er uns während der Rückreise, dass Deutschland archäologisch anders organisiert sei als die Niederlande. Deutschland biete viel mehr archäologisch wertvolle Objekte, wohingegen im Vergleich zu den Niederlanden viel weniger Berufsarchäologen zur Verfügung stünden. Jene, für Deutschland spezifische Situation, kann als Erklärung für diese, aus unserer Sicht besondere Ausgrabungserfahrung dienen.

Ehrenamtliche Archäologen

Trotzdem müssen Objekte beschützt und gepflegt werden und Ausgrabungen ausgeführt werden. In Deutschland ist es Alltag dafür die Hilfe von ehrenamtlichen Archäologen in Anspruch zu nehmen, das was in die Niederlande Amateurarchäologen sind. Die Arbeit der Ehrenamtlichen ähnelt am ehesten, dem was wir in den Niederlanden als ‘Korrespondenten’ bezeichnen würden.

Die Gruppe der deutschen ehrenamtliche Archäologen die wir in Götlingen getroffen haben, bestand ausschlieslich aus Rentner. Beim Essen erzählten sie, dass sie manchmal auch für richtige Ausgrabungen einspringen müssten. Sie haben ein Herz für die Sache und sind gerne bereit, für diese ehrenamtliche Arbeit, und sogar für ein Treffen mit uns Dutzende oder gar hundert Kilometer weit zu fahren.

Übrigens, Jana Fries rief morgens, als sie uns aus dem Bus steigen sah: “Es sind sogar Frauen dabei!”, das hat sie wirklich erstaunt. Während unserer Rückreise haben wir uns noch gefragt, ob diese Bemerkung auch typisch für die deutsche Archäologie wäre.  Haben wir in den Niederlande eigentlich weiblich Amateurarchäologen, die diese Korrespondenzarbeit machen? Oder ist es auch hier ein Männerhobby?

Gruppenbild

Land der Entdeckungen

Der Ausflug nach Deutschland war ein erster Teil eines neuem deutsch-niederländischem Interregionalen-Projektes, das von Dr. Rolf Baerenfaenger, der Direktor der ostfriesischen Landschaft, ins Leben gerufen wurde und an das sich die Provinzen Groningen, Fryslân und Drente angeschlossen haben. Mit diesem Projekt wollen sie eine bessere Zusammenarbeit zwischen den nördlichen Niederlanden und Norddeutschland erreichen. Diese Regionen teilen sich auf archäologischer Ebene immerhin eine große Menge an Merkmalen. In diesem Projekt, das unter dem Namen “Land der Entdeckungen” läuft, ist unter anderem eingeplant alle vorgeschichtliche Bestattungsstätten, bekannte und unbekannte, ohne Rücksicht auch Landesgrenzen, zu kartieren. Eine gemeinsame Studie über Siedlungsstätten aus dieser Zeit wird zu dem Wissen über die Trichterbecherkultur beitragen können. Diese Ambitionen sind so umfassend, dass sowohl professionelle als auch ehrenamtliche Archäologen darin eine Rolle erfüllen können. Mehr Informationen finden sie auf der Internetseite www.ostfriesischelandschaft.de

 Letztendlich

Dank Henny Groenendijk und Fred van de Beemt, Sekretär des AWN, konnten diverse Mitglieder des AWN, des DPV, des Hunebedcentrums in Borger und einem Studenten der RUG, bei dieser ersten deutsch-niederländischen archäologischen Zusammentreffen anwesend sein. Beim Abschied im Lopshof haben wir abgemacht, dass die deutschen ehrenamtlichen Archäologen uns in 2012 einen Gegenbesuch abstatten werden.

J.Habets

21.10.2011

 

September 2011 – RechercheReisen II

Nicht nur in den deutschen Museen habe ich mich umgesehen – auch bei den Partnern in den Niederlanden muss ich Exponate für die Ausstellung auswählen. Das ist eine tolle Aufgabe! Ich lerne die Wissenschaftler und deren Häuser kennen, die Zusammenarbeit funktioniert wunderbar.

In Assen wird gerade das Drents Museum komplett umgebaut, bis zur Wiedereröffnung im November ist noch ein bisschen Zeit. Von dem Besuch hier bin ich mit einer langen Liste an möglichen Objekten für die Ausstellung nach Hause gefahren. Genauso ist es auch im Groninger Museum, hier gibt es ein paar wirklich tolle Exponate! Das Fries Museum in Leeuwarden befindet sich ebenfalls im Umbau, trotzdem haben die Kollegen hier Zeit, mit mir den Objektbestand durchzugehen.

Bei all den vielen tollen Objekten habe ich also die sprichwörtliche “Qual der Wahl”!

 

August 2011 – Konzeptarbeit

“Land der Entdeckungen” soll eine sogenannte Themenausstellung werden. Das heißt, es wird keine chronologische Abfolge der Exponate in der Ausstellung geben, sondern sie werden nach Themenschwerpunkten geordnet präsentiert.

Ich habe mich nun für sechs große Themenblöcke entschieden, die dann jeweils in weitere Schwerpunkte aufgeteilt werden. Aber damit der Museumsbesucher trotzdem den Überblick behält, wird es am Anfang der Ausstellung einen kurzen Überblick zur Chronologie geben. Hier werden die Fragen wie “Was war wann” und “Was kam danach” beantwortet.

Die Ausstellung wird aber nicht nur für das Ostfriesische Landesmuseum Emden entwickelt. In vertiefenden Ausschnitten wird die Ausstellung ja auch noch in Groningen, Assen und Leeuwarden zu sehen sein. Also muss ich gleichzeitig auch immer im Auge behalten, welche Objekte auch in den Niederlanden zu sehen sein sollen.

Es sind eigentlich gleich vier Ausstellungen, die hier in Aurich entwickelt werden!

Juli 2011 – Von der Idee zum Design

Natürlich müssen wir uns frühzeitig Gedanken machen, wie die Exponate
in der Ausstellung präsentiert werden sollen.

Für die Gestaltung der Ausstellung, also z.B. das Design der Texttafeln,
für den Bau von Vitrinen oder die Einrichtung von Medienstationen, haben wir
uns professionelle Unterstützung durch ein Team von Designern geholt. Im Moment
sind wir in der Phase der Ideenfindung und werden weiter über die Fortschritte berichten.

Juni 2011 – RechercheReisen

Am Anfang meiner Arbeit hier steht natürlich erst mal – sich einen
Überblick zu verschaffen. Die archäologische Denkmalpflege hat viel zu tun, es
gibt eine Unmenge an Funden und Fundplätzen.

Viele der Objekte, die in der Ausstellung zu sehen sein werden,
befinden sich bei der Ostfriesischen Landschaft in den Magazinen. Aber vieles liegt
auch verstreut in den regionalen Museen z.B. in Aurich, Leer, Weener oder Esens.

Im ersten Halbjahr 2013 wird „Land der Entdeckungen“ ja im
Ostfriesischen Landesmuseum in Emden zu sehen sein. Dafür tragen wir Objekte
von der ostfriesischen Halbinsel und den nördlichen niederländischen Provinzen zusammen und als Leihgaben werden die schönsten Stücke aus den Museen dann in Emden gezeigt.

Also habe ich mich auf den Weg gemacht und die Museen der Umgebung besucht. Vor Ort sind die Kollegen sehr hilfsbereit und haben ihre Unterstützung für das Projekt
angekündigt.

April 2011 – Die Ausstellungsentwicklung beginnt

„Land der Entdeckungen“ – ein Titel, der neugierig macht!

So erging es mir auch, als ich mit der Kuratierung der gleichnamigen Sonderausstellung betraut wurde. Welche interessanten Geschichten gibt es hier zu erzählen? Welche Objekte können dazu in der Ausstellung gezeigt werden?

Ich habe also die spannende Aufgabe, ein Konzept für eine Ausstellung
zu entwickeln und die große Herausforderung ist es dabei, die archäologischen „Entdeckungen“ der ostfriesischen Halbinsel und der nördlichen Niederlande gemeinsam zu zeigen.

Zum ersten Mal entsteht ein  Ausstellungsprojekt in enger Zusammenarbeit mit vielen Kollegen beiderseits der Grenze – ich freue
mich schon darauf, die Region und die Menschen hier kennen zu lernen!

Gruft Dornum, Tag 22, 22.10.2011

Eigentlich ist jetzt alles fertig, bis auf…..letzte Feinarbeiten und natürlich das leidige Aufräumen. Alles muß ja sauber und ordentlich hinterlassen werden. Schließlich gibt es in der Gruft auch noch eine Liste abzuarbeiten, hier noch etwas zu recht rücken, dort noch ein Photo und noch eine nicht vollständig lesbare Inschrift mit der Bibel in der Hand
rekonstruieren.

Schließlich wird dann das Auto gepackt und sich von allen
verabschiedet. In Frühjahr wird die Gruft offiziell der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht, da werden wir wieder nach Dornum kommen.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen sehr bedanken,
die uns bei unserer Arbeit so vielfältig und unkompliziert unterstützt haben.
Alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen( das machen wir dann persönlich
in Dornum), daher seien stellvertretend genannt:

Dr. Sonja König von der Ostfriesischen Landschaft, unermüdlich, vom Anfang bis zum Ende, rund um die Uhr; Dipl.-Ing.Arch. Claudia Brüggemann, Amt für Bau- und Kunstpflege Osnabrück, realistisch und tatkräftig; Pastor Andreas Simon, stets bestens gelaunt und hilfsbereit. Ja, und vor allem Volker Karkutsch, Mitglied des Kirchenvorstands, ohne den das alles überhaupt gar nicht realisiert worden wäre und wir bis heute nicht gewußt hätten, was für ein Schatz unter dem Altar der St. Bartholomäus Kirche zu Dornum ruht!

Die Nordseite der fertiggestellten Gruft. Wer jetzt mal auf Tag 1 des Blogs zurückgeht, wird wohl Augen machen….

Die Nordseite der fertiggestellten Gruft. Wer jetzt mal auf Tag 1 des Blogs zurückgeht, wird wohl Augen machen….

Gruft Dornum, Tag 21, 21.10.2011

Immer mehr Särge kehren in die Gruft zurück, gleichzeitig
beginnen wir mit den Rückbettungen. Aus mehreren Überlieferungen wissen wir,
daß 12 Särge dort gestanden haben, das läßt sich auch aus den gefundenen
Holzresten belegen. Aber wir konnten nur noch 8 Särge wieder zusammenbauen, der
Rest ist zu sehr zerstört. Dennoch, die Bretter werden alle erhalten und
gelagert.

Insgesamt konnten Reste von 27 Individuen nachgewiesen
werden, zu viele für 12 bzw. 8 Särge! Bei Heizungsarbeiten in den 1930er Jahren
gefundene Gebeine sind vermutlich in die Gruft gelegt worden, wie man uns
berichtete. Die 5 von uns (fast) komplett gefundenen Erwachsenen finden ihre
letzte Ruhe einzeln in den großen Holzsärgen, ebenso liegen die beiden
Kinderbestattungen wieder in den kleinen Särgen. Da durch die aufwendige Stütze
im besonders schweren Sarg kaum Platz ist, werden dort die gesammelten
Kinderknochen eingebettet. Die Knochen der Erwachsenen bekommen eine schlichte,
neue Kiste für eine Sammelbestattung.

Beigelegt werden die wenigen erhaltenen Textilreste, die
zusammen mit diversen anderen Proben vorher im Labor untersucht und analysiert
wurden.

Rückbettung der sterblichen Überreste

So sieht eine Rückbettung aus, die sterblichen Überreste werden in Leinen gehüllt.

Gruft Dornum, Tag 20, 20.10.2011

Während die Arbeiten in der Scheune weiterhin auf Hochtouren
laufen, gibt es eine große Pressekonferenz. Vertreter des Projekts „Land der
Entdeckungen“, der Ostfriesischen Landschaft, des Amtes für Bau und Kunst, der
Kirchgemeinde Dornum, der Sparkassenstiftung und der Archäologen berichten von
ihrer Arbeit und stellen sich den Fragen der Pressevertreter. Anschließend wird
die sanierte, noch leere Gruft besichtigt und es schließt sich ein Gang ins
nahegelegene Schloß an. Dort werden die restaurierten Särge im passenden Rahmen
nicht einfach photographiert sondern kunstvoll in Szene gesetzt.

Ganz nebenbei werden schon die ersten Särge mit vereinten
Kräften in die Gruft gebracht. Die Bretter des einen haben eine Stärke von 8
cm, absolut außergewöhnlich und enorm schwer… Er kann nur in Einzelteilen
eingebracht und vor Ort zusammengebaut werden. Da es nur wenige Einzelteile
gibt, wird auch er mit einer inneren Stützkonstruktion gehalten.

Für alle Särge stehen neu angefertigte Stahlgestelle bereit,
auf denen sie künftig stehen werden. Die Gestelle sind nach dem Vorbild der
verrosteten und nicht mehr verwendbaren alten originalen Konstruktionen gebaut.

Der erste restaurierte Sarg steht wieder in der sanierten Gruft!

Der erste restaurierte Sarg steht wieder in der sanierten
Gruft!

Gruft Dornum. Tag 19, 19.10.2011

Heute war wieder ein Team von „Hallo Niedersachsen“ hier und
hat einen Beitrag gedreht. Zwischen Kamera, Beleuchter, Tonassistentin und
Redakteur, der sich immer mal einen zum befragen herauspickt, laufen die
Arbeiten unermüdlich und hochkonzentriert weiter. Viele der Sargdeckel sind
beschriftet, ursprünglich meist mit weißer Schrift auf schwarz bemaltem
Untergrund. Leider hat sich die schwarze Farbe kaum erhalten und auf dem nun
hellen Holz ist die Beschriftung nur sehr schlecht lesbar. Nach einer
intensiven Reinigung, u.a. mit einem Akapad, einer Art Radiergummi, und einem
Überzug aus flüssiger Zellulose erscheint dann plötzlich die Schrift wieder.
Große Begeisterung!!

Abbildung 3: Der Sargdeckel von Johan von Danckelman, gest.

“Wiedererkannt” – Der Sargdeckel von Johan von Danckelman, gest. 1706
(2. Schwiegervater von Harro Joachim von Closter)

Gruft Dornum, Tag 18, 18.10.2011

In der Restaurierungswerkstatt sind die Sargteile jetzt
getrocknet und können konserviert und zusammengesetzt werden. Diese Aufgaben
haben die Dipl. Rest. Inga Blohm und Markus Tillwick aus Lüneburg übernommen,
alle anderen helfen, wo immer sie können. Zunächst wird der Sarg von Dorothea
Magdalena von Closter, Mutter des bekannten Harro Joachim von Closter,
bearbeitet. Da der untere Teil des Untersarges komplett zerstört ist, bekommt
er innen eine Stützkonstruktion. Außerdem werden die Kanten und Bruchstellen
mit einem speziellen Holzfestigungsmittel bestrichen. Teilweise wird die
Flüssigkeit sogar in die Bretter eingespritzt, damit die Flüssigkeit sich dort
verteilt und das Holz von innen härtet. Auch alle Einzelteile und Bruchstücke
werden so behandelt.

Stützkonstruktion im Sarg von Dorothea Magdalena von Closter

So sieht die Stützkonstruktion im Sarg von Dorothea Magdalena
von Closter aus.

Gruft Dornum,Tag 17, 17.10.2011

Nach 9 Wochen geht es nun mit den Arbeiten in Dornum weiter.
Inzwischen ist der Gruftraum saniert und sieht großartig aus. Der Betonboden
ist entfernt und der alte, an einigen Stellen noch erhaltene
„Backstein-auf-Sand-Boden“ wurde ergänzt. Tatsächlich sind an mehreren Stellen
Reste von schwarzer Bemalung an den Wänden erhalten. Mit etwas Phantasie kann
man die Festons, Ornamente in Form einer bogenförmiger Girlanden, erkennen. Der
Platz zwischen den einzelnen Bögen war vermutlich mit aufgemalten Wappen
verziert. Die nicht bemalten Flächen wurden neu gekalkt und auch die Fenster
wurden mit neuen Gittern und Staubfiltern versehen.

Die Südwand der sanierten Gruft mit schwarzem Feston.

 

 

 

 

 

 

Hier ist die Südwand der sanierten Gruft mit schwarzem Feston zu sehen.